Zum Osttiroler Waldhoangart hat Waldaufseher Florian Holzer geladen. Folgende Kollegen sind der Einladung nach Oberlienz gefolgt: Franz Geisler (Tux), Michael Erler (Finkenberg), Michael Widner (Hart), Florian Steiner (Scheffau), Sebastian Schrödl (Walchsee, Rettenschöss), Reinhold Winkler (Radfeld, Rattenberg), Erika Obwaller (St. Ulrich a.P.), Rainhard Bachmann (Strassen), Alex Strasser (Kartitsch), Lukas Klammer (Untertilliach), Georg Pitterle und Herbert Hainzer (Assling), Martin Walder (Iselsberg-Stronach), Thomas Pichler (Dölsach), Markus Hanser (Lavant), Andreas Tscharnidling (Gaimberg), Thomas Strieder (Ainet), Markus Mariacher (Prägraten), Paul Wibmer (St. Johann i.W.) sowie die Förster Thomas Gradnig und Anton Stocker und BFI-Leiter Hubert Sint.
Objektschutzwald unter Druck
Den Ausgangspunkt bildete das Sturmtief „Vaia“, das im Jahr 2018 (28./29. Oktober) über den südlichen Alpenraum hinwegfegte und enorme Schäden verursachte. Besonders schwer betroffen war die Gemeinde Oberlienz: Nahezu sämtliche Osthänge wurden geworfen, insgesamt waren rund 560 ha Objektschutzwald betroffen. Im November 2019 folgte mit dem Frühwinterereignis „Ingmar“ die nächste Belastung. Massiver Schneedruck und Windwurf hinterließen erneut erhebliche Schäden. Im Dezember 2020 brachte Sturm „Virpy“ außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen und ungewöhnliche Neuschneelasten, mit großflächigem Schneebruch. Nahezu jeder zweite bis vierte Baum wies Verletzungen auf. Die Abfolge dieser Extremereignisse – Vaia (2018), Ingmar (2019) und Virpy (2020) – schwächte die Wälder nachhaltig. Der Borkenkäfer fand dadurch ideale Bedingungen vor und breitete sich rasch aus. Bereits am 9. Juli 2021 waren auf der Sonnseite rund 400 Hektar Schlagfläche vom Borkenkäfer befallen. Was folgte, war eine der größten forstlichen Herausforderungen zur Wiederherstellung der Schutzwirkung des Waldes. Zur Schadensbegrenzung wurden die dringendsten Aufräumungsarbeiten umgehend durchgeführt. Bereits im Herbst 2021 begann die Aufforstung mit Laubbaumarten, im darauffolgenden Frühjahr folgte die Pflanzung von Nadelholz. Ziel war es, die fünf Hauptbaumarten möglichst flächendeckend und standortgerecht zu etablieren. Um die Aufforstungsmaßnahmen auch in den steilen Hanglagen umsetzen zu können, wurden im Jahr 2021 insgesamt 2,4 km Pflegesteige (händisch) angelegt. Diese erwiesen sich nicht nur für die Pflanzung, sondern auch für die nachfolgenden Pflege- und Kontrollmaßnahmen als äußerst wertvoll. Parallel dazu wurde der Jagddruck in den Aufforstungsflächen erhöht. Zeitweise waren bis zu zwölf Seilbahnen gleichzeitig im Einsatz. Die Bilanz der vergangenen sieben Jahre zeigt eindrucksvoll, welche Leistungen gemeinsam erbracht wurden: vom ersten Schadereignis bis heute wurden in Oberlienz rund 280.000 fm.o.R. aufgearbeitet und abgerechnet. Gleichzeitig wurden jährlich durchschnittlich 48.000 Jungpflanzen gesetzt. Insgesamt umfasst die Wiederbewaldung bislang rund 334.000 Pflanzen, darunter 157.000 Fi, 116.000 Lä, 27.000 Ta, 14.000 BA sowie rund 20.000 Eichen, Vogelbeeren, Ulmen und Birken. Diese Zahlen stehen nicht nur für eine enorme organisatorische und wirtschaftliche Leistung. Sie stehen vor allem für den gemeinsamen Willen, den Bergwald von Oberlienz als Lebensraum, Schutzwald und Erbe für kommende Generationen wieder aufzubauen und zukunftsfit zu machen.
Wald und Bienen
Wald und Bienen sind eng miteinander verbunden. Durch ihre Bestäubungsleistung tragen Bienen wesentlich zur Biodiversität und zur Stabilität naturnaher Waldökosysteme bei. Der Bienenstand von Florian Holzer umfasst rund 40 Völker. Auf der 0,7 Hektar großen Flächen wachsen 28 verschiedene Baumarten, deren unterschiedliche Blühzeiten den Bienen über die gesamte Saison ein vielfältiges Nahrungsangebot bieten. Jeden Juni wandert ein Teil der Bienenvölker nach Oberhaus ins Defereggental, wo reiner Almrosenhonig erzeugt wird. Für diesen erhielt Florian Holzer bei der Honigprämierung in Wieselburg die „Goldene Honigwabe“ und wurde österreichischer Gesamtsieger.