In seinem Bericht informierte Obmann Anton Rieser über das abgelaufene Jahr und die Arbeit in der Vereinigung der Waldaufseher und Forstwarte Tirols. Obmann, Obmannstellvertreter und weitere Vorstandsmitglieder sorgten unter anderem für die Vorstellung beim Waldaufseherkurs, es gab einen Antrittsbesuch und Besprechungen beim Landesforstdirektor, Besprechungen zur Waldstrategie, zum Klimabündniss, mit der Biowärme Tirol für den Waldbauerntag, Unterstützung bei den Forstwettkämpfen in Rotholz, Treffen der Forstlichen Vereinigungen in Südtirol im Paseiertal, KV-Verhandlungen sowie drei Vorstandssitzungen mit den Waldaufsehervertretern aus allen Bezirken. Der Obmann erwähnte auch den wichtigen Austausch unter den Kollegen beim Waldhoangart. Einen solchen gab es vergangenes Jahr in Kramsach und in St. Ulrich am Pillersee.
All diese Arbeit könne nur geleistet werden, wenn alle zusammenstehen. Und genau deshalb sei auch die Vollversammlung so wichtig. Sie biete Raum für Austausch, für Diskussion und für gemeinsame Strategien. Wenn man etwas will oder erwartet, muss man auch mitarbeiten. Denn die Herausforderungen der Zukunft können nur gemeinsam bewältigt werden.
Kassier Georg Berger präsentierte zum letzten Mal einen wie üblich sorgfältig geführten Kassabericht, der mit der Genehmigung des Jahresabschlusses die Generalversammlung abrundete.
Bei der heurigen Generalversammlung standen auch Neuwahlen im Vorstand auf dem Programm. So wurde die Position des Kassiers mit Hannes Sandbichler neu besetzt und auch in den Bezirken sowie bei den Rechnungsprüfern gab es personelle Änderungen. Obmann, Obmannstellvertreter und Schriftführer wurden in ihren Positionen bestätigt. Alle gewählten Vertreter nahmen die Wahl an.
Die neuen Kollegen, die vor kurzer Zeit den 110. Waldaufseherlehrgang abgeschlossen hatten, stellten sich und ihr Aufsichtsgebiet kurz vor. Es sind 9 neue Waldaufseher, die in Tirol nun ihren Dienst angetreten haben.
Kammerdirektor Johannes Schwaighofer ergänzte den Bericht des Landesobmanns mit seinen Ausführungen zu den Kollektivertragsverhandlungen. Durch den hohen Druck vom Gemeindeverband musste der Abschluss noch einmal aufgeschnürt werden.
Der Landesobmann schloss seinen Bericht mit den Worten: „Der Wald lässt sich nicht mit Excel-Tabellen bewirtschaften. Er reagiert nicht auf Sparbeschlüsse. Und ein Borkenkäfer fragt nicht nach dem Landeshaushalt. Eine starke Waldaufsicht ist keine Belastung für das Budget. Sie ist eine Investition in Sicherheit, Nachhaltigkeit und Zukunft.“
Grußworte aus dem Land
Obmann Toni Rieser durfte einige Ehrengäste bei der Generalversammlung begrüßen und betonte, es sei heuer eine besondere Ehre, den Landeshauptmann Anton Mattle willkommen zu heißen. Seine Teilnahme unterstrich eindrucksvoll die hohe Wertschätzung des Landes Tirol für die wichtige Arbeit der Waldaufseher und Forstwarte und bereite allen Anwesenden große Freude.
Der Präsident der Landarbeiterkammer, Andreas Gleirscher, hob hervor, dass die Waldaufseher für ihn die tragenden Säulen im Land Tirol seien. Er gratulierte dem neuen, wiedergewählten Vorstand und bedankte sich auch bei den bisherigen Vertretern für ihre Arbeit.
Dass es so eine gute Ausbildung in Rotholz gäbe, sei nicht selbstverständlich. Es muss jedoch noch mehr hinausgetragen werden, was ein Waldaufseher leistet im Land Tirol bzw. in seiner jeweiligen Gemeinde. Der Wald halte viel, nur die Leute müssten da mitkommen. Für ihn sei es spannend, Dienstnehmervertreter zu sein, wenn man sich Ziele setzt und diese auch erreicht. Gleirscher erinnerte auch daran, dass gemeinsam mit dem jetzigen Ehrenobmann Wolfgang Huber um einen Dienstvertrag gekämpft wurde, der endlich der Zeit angepasst war. Rückblickend habe man da etwas geschaffen, was ganz wichtig sei. So wie auch die Ausbildung, hier ergehe ein Dankeschön an den Forstdirektor. Der LAK-Präsident schloss seine Rede mit den Worten: „Wenn wir zusammenhalten und geschlossen auftreten, können Ziele auf Augenhöhe erreicht werden.“ Denn auch, wenn am Ende alle Waldaufseher Einzelkämpfer seien, verwies Gleirscher auf die Bündelung der forstlichen Kräfte in den Bezirksforstinspektionen bis hinauf zum Land.
Der Landesforstdirektor Harald Oblasser begrüßte die Generalversammlung und betonte gleichzeitig, dass die Anwesenheit der Vertreter aus Südtirol und Vorarlberg immer ein großes Zeichen der Wertschätzung sei.
Die Waldaufseher im Land Tirol seien die Professionisten vor Ort und haben in diesem Sinne ein modernes Arbeitsgebiet, da sie mit vielen Themen umgehen müssten. Das System mit den Waldaufsehern sei etwas, um das uns viele Bundesländer beneiden, vor allem bei Schadereignissen. Für den Landesforstdirektor sei Waldaufseher ein Zukunftsjob, zu dem er auch den jungen Kollegen gratulieren wolle, die den letzten Waldaufseherlehrgang so gut abgeschlossen haben. Das Jahr 2026 wurde als Jahr des Ehrenamts in Tirol ausgerufen, auch auf Funktionärsebene bei den Waldaufsehern werde viel ehrenamtliche Arbeit geleistet.
Er möchte auch die Kommunikation ausbauen, um mit einem gemeinsamen Forstdienst stark auftreten zu können. Es sei das Um und Auf, dass man mitrede, auch draußen in der Praxis, nicht nur in Innsbruck am Schreibtisch. Für Oblasser seien der persönliche Kontakt und die Vernetzung sehr wichtig und das wolle er in dieser Runde auch noch einmal betonen.
Mauro Pianaro, stv. Obmann der IG des Landesforstkorps Südtirol, entschuldigte eingangs seinen Obmann Daniel Pedrotti und gratulierte den Tirolern zu den Neuwahlen. Er berichtete, dass in Südtirol demnächst ein eigener Vertrag für den Forstdienst abgeschlossen werden sollte. Die Gelder stünden schon bereit, denn man sei draufgekommen, dass nicht immer und überall gespart werden könne. Das wisse auch der Südtiroler Landesrat Arno Schuler, indem er festhielt, dass der Vertrag für die Forstmänner wichtig und zu machen sei. Es gibt in Südtirol 230 Förster. Pianaro meinte dazu: „Das Ziel konnte nur erreicht werden, weil wir gemeinsam mit dem Ausschuss vor die Politik getreten sind.“
Gerade in Südtirol haben Borkenkäfer und vergangene Schadereignisse den Forstjob wieder mehr in den Vordergrund gerückt, Die Arbeit im Wald sei nicht immer so leicht, wie es aussehe. Gerade der Borkenkäfer habe wieder gezeigt, dass der Wald das nicht mehr alleine schafft.
Norbert Simma, der neue Obmann der Vorarlberger Waldaufseher, war mit seinem Stellvertreter Michael Schnetzer sowie seinem Vorgänger Helmut Gmeiner angereist. Er betonte, wie wichtig der Austausch über Landesgrenzen hinweg sei und dass man der Einladung zur Generalversammlung sehr gerne gefolgt sei. Simma berichtete, dass in Vorarlberg zum Glück alle Stellen nachbesetzt werden. „Was mittlerweile extrem aufgebläht ist, ist die Verwaltung, denn auch wir Forstleute sitzen öfter am Schreibtisch als uns lieb ist“, meinte der Obmann der Vorarlberger zum Abschluss. Er bedankte sich für die Einladung und werde den guten Austausch genauso wie sein Vorgänger weiter pflegen.
Auch der Landeshauptmann machte in seinen Worten deutlich, wie sehr ihm der Wald seit jeher am Herzen liegt – nicht zuletzt durch seine Tätigkeit als Jurymitglied beim Alpinen Schutzwaldpreis. Der Wald, so betonte er, nähme in Tirol eine zentrale Rolle ein: 61 Prozent der Landesfläche seien Schutzwald, während überhaupt nur rund 12 Prozent des Landes besiedelbar seien. Die Sicherheit des Lebensraumes habe daher oberste Priorität.
Gerade daraus ergäbe sich eine große Verantwortung für die Waldaufseher. Der Wald stehe zunehmend unter Druck, und es bedarf großer Sorgfalt und Fachkenntnis, um ihn zu erhalten. Als oberster Repräsentant des Landes sprach Anton Mattle den Waldaufsehern seinen ausdrücklichen Dank aus und würdigte ihr Engagement, mit dem sie diese anspruchsvolle Aufgabe tagtäglich erfüllen. Die Schutzwirkung des Waldes sei für Tirol von existenzieller Bedeutung.
Zugleich betonte er, dass der Schutz des Waldes nur im Zusammenspiel gelingen könne: Es brauche nicht nur gut ausgebildete Fachkräfte, sondern auch das Verständnis und die Rücksichtnahme von Einheimischen wie Gästen. Da mittlerweile nahezu jeder Quadratmeter als Freizeitfläche genutzt werde, steige der Druck auf den Naturraum stetig. Umso wichtiger sei es, die Menschen bewusst zu begleiten und ihnen zu zeigen, was der Wald ist und welche Leistungen er erbringt.
Viele Waldaufseher sind tief in ihren Gemeinden verwurzelt – ein Umstand, der sich auch in ihrem vielfältigen ehrenamtlichen Engagement widerspiegelt. Ihre Tätigkeit ist damit weit mehr als ein Beruf: Sie ist eine verantwortungsvolle, vielschichtige Aufgabe im Dienst der Allgemeinheit.
Abschließend richtete der Landeshauptmann persönliche Worte an die Anwesenden: Er wünsche ihnen die gleiche Leidenschaft für ihre Arbeit, wie er sie selbst in seinem Amt empfinde, und sprach den Tiroler Waldaufsehern nochmals seinen herzlichen Dank aus – im Namen von 777.000 Tirolerinnen und Tirolern sowie rund 350.000 Gästen.
Fortbildungsthemen
Die Vorträge boten an beiden Tagen viel Fachinformation für die Tiroler Waldaufseher. Am ersten Tag bot der Landesforstdienst aktuelle Themen aus dem Landesforstdienst, wie die Evaluierung und Fortschreibung der Waldstrategie 2030. Forstgartenleiterin Daniela Pollak berichtete über die Situation in den Landesforstgärten, Hans-Peter Jauk stellte klar, dass die zertifizierte Baumkontrolle nicht zum Zuständigkeitsbereich der Waldaufseher zählt und hob die zentrale Bedeutung von Waldbrand- und Einsatzplänen hervor. Rund 85 % der Waldbrände seien menschengemacht – umso wichtiger sind Prävention und Vorbereitung. Georg Mahnke referierte über die Bedeutung und Erstellung von Waldwirtschaftsplänen. Einen lustigen Abschluss des ersten Tages bot Kabarettist Markus Gimbel, der mit seinem Hasen über den Wald und die Tiere fachsimpelte.
Der zweite Tag startete mit Eva Estermann, Rechtsreferentin der Landarbeiterkammer Tirol. Sie hielt einen Vortrag über Verantwortung im Wald und wie mit Schadenersatzansprüchen gegenüber Waldaufsehern in der Praxis umgegangen wird.
Einen interessanten Einblick in die Welt der künstlichen Intelligenz gab Rafael Pauley und stellte die Frage, ob ChatGPT in der Forstpraxis Werkzeug oder Spielzeug sein kann. Abschließend referierte Marius Rösel über aktuelle Forstschutzthemen und Herausforderungen in der Praxis.
Forum Wald und Branchentreff zur Vernetzung von Forst- und Holzwirtschaft
Die Fachmesse „Forum Wald“ bietet Firmen aus dem forstlichen Umfeld die Gelegenheit, direkte Kontakte zu den Waldaufsehern zu knüpfen und innovative Forsttechnologien für eine nachhaltige und effiziente Waldwirtschaft zu präsentieren. Das Forum Wald erfreut sich großer Beliebtheit.
Am Abend fand mit dem Weißwursthoangart ein forstlicher Branchentreff statt, bei dem alle geladen waren, die zusammen mit den Tiroler Waldaufsehern rund um den Tiroler Wald bemüht sind. Neben Weißwurst, Weißbier und Brezen waren ein angenehmer Hoangart und ein Gedankenaustausch zwischen Waldaufsehern, BFI-Leitern, Holzeinkäufern, Forstfirmen, Vertretern des Landesforstdienstes und vielen Leuten aus der Forstbranche angesagt. Dieser Weißwursthoangart kann wieder einmal als gelungenes Treffen der Tiroler Forstbranche bezeichnet werden.
Aktuelle Informationen über den Tiroler Wald und die Vereinigung der Waldaufseher und Forstwarte Tirols finden Sie unter www.waldaufseher.org